Mittwoch, 6. März 2013

Unser Bundes-Jochen

Erkennt keine flächendeckende Frauenfrage

"Eine Gruppe von Frauen um die Netzaktivistin Anne Wizorek hat Bundespräsident Joachim Gauck wegen seiner Äußerungen zum Sexismus kritisiert. Er lasse in seinen Äußerungen vor allem Feingefühl und Respekt gegenüber all den Frauen vermissen, „die sexistische Erfahrungen gemacht haben”. Gauck hatte mit Blick auf die jüngste Sexismus-Debatte um FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle gesagt: „Wenn so ein Tugendfuror herrscht, bin ich weniger moralisch, als man es von mir als ehemaligem Pfarrer vielleicht erwarten würde.” Es gebe in der Frauenfrage zwar noch einiges zu tun, „aber eine besonders gravierende, flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen kann ich hierzulande nicht erkennen.”

Tickert in diesen Minuten die "Bild"-Zeitung in die Netz-Welt. Anne Wizorek ist jene Berlinerin, die mit dem Wort "Aufschrei" eine Twitter-Lawine über Sexismus losgetreten hat. Auch beruflich beschäftigt sie sich mit sozialen Netzwerken, Literaturwissenschaften studiert sie nicht mehr. Anne Wizorek ist Mitbegründerin des blogs "Kleinerdrei", ihr eigenes blog heißt "An Apple and a day". Wohl auch deshalb hat sie sich auf die Äußerungen von Bundes-Jochen kein Ei gepellt.

Was aber hat der Bundespräsident eigentlich gesagt? Dass er ehemaliger Pastor ist, wird doch niemand bestreiten können. Dann verknüpft er noch "Tugendfuror" mit den Erwartungen, die man an ihn hätte, wenn er noch Pfarrer wäre. Das scheint mehr zu sein als man von einem Bundespräsidenten erwarten darf. Was eine "gravierende, flächendeckende Fehlhaltung von Männern gegenüber Frauen" ist, müsste Bundes-Jochen noch erläutern. Immerhin kennt er aber die "Frauenfrage". Die Antworten jedoch kennt er noch nicht. Sind wahrscheinlich auch zu viele. Welcher Mann hat sich nicht schon tausendmal gefragt, warum seine Frau am Telefon alles mit einer Freundin bespricht, bevor sich die beiden treffen?

Dass Rainer Brüderle eine "stern"-Redakteurin "flächendeckend" belästigt hat, wird Anne Wizorek wohl kaum behaupten wollen. Deswegen kann Gauck auch nichts erkennen. Jedenfalls nicht hierzulande, denn so groß ist die FDP schließlich nicht. Glücklicherweise wird nicht aus jeder Dummheit eines Politikers eine Twitter-Lawine. Das wäre fürwahr eine "Fehlhaltung"...

Eigenen Angaben zufolge wohnt diese Berlinerin eigentlich im Internet. Und das ist überall. Was Bundes-Jochen die "Frauenfrage" noch schwerer macht... 


 

Dienstag, 8. Januar 2013

Genug gelabert

Jetzt kommt wieder der Christian

Der Kai hat sich die Story nicht nehmen lassen, er berichtete exklusiv über die Trennung von der Bettina und dem Christian. Die Fotos vor der Anwaltskanzlei machte der Fabian. Der war zufälligerweise dort. Er hatte sich gerade im 96-Fan-Shop einen Schal gekauft. Da klingelte die Bettina. Wo die ist, dachte sich der Fabian, ist auch der Christian nicht weit. Er behielt Recht. Der Christian hatte dem Kai auf die Mailbox gesprochen und angekündigt, dass er nun auch ehemäßig den Rubikon überschreiten werde, 15 Minuten später überquerte der Christian den Mittellandkanal.

Der Therapeut von Bettina und Christian warf sich derweil in Schale - und dann in Lehrte vor einen Zug, der allerdings auf dem anderen Gleis an ihm vorbeidonnerte. Bei dem stimmte das Timing nicht. Dafür aber bei Bettina und Christian. Die sind am 17. Februar 2012 als Bundespräsidenten-Paar zurück- und am 6. Januar 2013 aus dem Schützenverein von Großburgwedel wieder ausgetreten, weil Christian die Bettina beim Kleinkaliber-Schießen knapp verfehlt hatte. Das war das Ehe-Aus. Mit einem schlechten Schützen wollte die Bettina nicht länger verheiratet sein. Ein schlechter Bundespräsident an ihrer Seite hatte ihr besser gefallen.

Doch jedem Zauber wohnt ein Anfang inne. Inne Woche fährt der Christian nach Berlin und rüttelt bei dem Joachim am Tor: "Ich will hier wieder rein!" Das hat ihm der Gerd erzählt, das sei eine gute Methode für die Jobsuche, wenn man sonst nichts Vernünftiges gelernt hat. Darüber muss dann nur noch der Kai berichten - und der Fabian ein Foto machen.

Sogleich wird auf Seite 1 über "Die Rückkehr" berichtet. Dann steht der Joachim noch einmal am Fenster, von dem er am 17. Februar 2013 weg ist. Der Christian hängt in allen Zimmern die Wahlplakate der Niedersachsen-CDU auf, die er in Hannover geklemmt hat, und klemmt vor das Plakat von David McAllister einen Zettel mit den Worten: "Das hast du nun davon." Doch das erfährt der David nicht mehr. Der ist längst in Schottland - und lebt das neue Motto des Vorgängers und Nachfolgers von Joachim: "Genug von Freiheit gelabert. Nun wird sie genossen. Die Bettina gehört nicht mehr zu Niedersachsen. Mir kommt keine Mutter mehr ins Schloss - höchstens eine Leihmutter." Deswegen leitet die Staatsanwaltschaft von Hannover das nächste Ermittlungsverfahren ein, dabei raus kommt nie etwas...