Warum nicht wie Christian Wulff?
Wie muss der neue Bundespräsident sein? Wofür muss er stehen? Darüber wird in den Parteien und in den Medien diskutiert. Einig sind sich Politiker und Journalisten, dass der Neue in große Fußstapfen tritt. Die stammen veröffentlichter Meinung zufolge von Joachim Gauck, wer immer das auch sein mag.
Hingewiesen wird zudem darauf, dass die Wahl des Bundespräsidenten im nächsten Jahr Signalwirkung hat. Mache jemand aus Bayern das Rennen, dann könne das Amt zukünftig vernachlässigt werden, schaffe es ein Hamburger, dann sei Helmut Schmidt doch nicht tot.
Aus der CDU hört man bereits mehrere Namen, die SPD ist sich noch nicht einig, wem sie schaden soll. Dem Außenminister geht das schon gehörig auf die Nieren, die er mit seiner Frau geteilt hat. Steinmeier möchte gern der zweitbeliebteste Politiker Deutschlands bleiben, als Bundespräsident wäre er zwar der beliebteste Bundespräsident, aber da es davon nur einen gibt, hat das bekanntlich sogar Gauck geschafft.
Aus dem Schatten der Vergessenheit tritt inzwischen Christian Wulff heraus, der als Bundespräsident für die Steuerzahler nur etwas teurer wäre als jetzt schon als ehemaliger Bundespräsident. Was sonst noch für ihn spricht, spricht Wulff in einer der bekanntesten Publikationen Deutschlands aus. Hier klicken
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Mittwoch, 8. Juni 2016
Dienstag, 8. Januar 2013
Genug gelabert
Jetzt kommt wieder der Christian
Der Kai hat sich die Story nicht nehmen lassen, er berichtete exklusiv über die Trennung von der Bettina und dem Christian. Die Fotos vor der Anwaltskanzlei machte der Fabian. Der war zufälligerweise dort. Er hatte sich gerade im 96-Fan-Shop einen Schal gekauft. Da klingelte die Bettina. Wo die ist, dachte sich der Fabian, ist auch der Christian nicht weit. Er behielt Recht. Der Christian hatte dem Kai auf die Mailbox gesprochen und angekündigt, dass er nun auch ehemäßig den Rubikon überschreiten werde, 15 Minuten später überquerte der Christian den Mittellandkanal.
Der Therapeut von Bettina und Christian warf sich derweil in Schale - und dann in Lehrte vor einen Zug, der allerdings auf dem anderen Gleis an ihm vorbeidonnerte. Bei dem stimmte das Timing nicht. Dafür aber bei Bettina und Christian. Die sind am 17. Februar 2012 als Bundespräsidenten-Paar zurück- und am 6. Januar 2013 aus dem Schützenverein von Großburgwedel wieder ausgetreten, weil Christian die Bettina beim Kleinkaliber-Schießen knapp verfehlt hatte. Das war das Ehe-Aus. Mit einem schlechten Schützen wollte die Bettina nicht länger verheiratet sein. Ein schlechter Bundespräsident an ihrer Seite hatte ihr besser gefallen.
Doch jedem Zauber wohnt ein Anfang inne. Inne Woche fährt der Christian nach Berlin und rüttelt bei dem Joachim am Tor: "Ich will hier wieder rein!" Das hat ihm der Gerd erzählt, das sei eine gute Methode für die Jobsuche, wenn man sonst nichts Vernünftiges gelernt hat. Darüber muss dann nur noch der Kai berichten - und der Fabian ein Foto machen.
Sogleich wird auf Seite 1 über "Die Rückkehr" berichtet. Dann steht der Joachim noch einmal am Fenster, von dem er am 17. Februar 2013 weg ist. Der Christian hängt in allen Zimmern die Wahlplakate der Niedersachsen-CDU auf, die er in Hannover geklemmt hat, und klemmt vor das Plakat von David McAllister einen Zettel mit den Worten: "Das hast du nun davon." Doch das erfährt der David nicht mehr. Der ist längst in Schottland - und lebt das neue Motto des Vorgängers und Nachfolgers von Joachim: "Genug von Freiheit gelabert. Nun wird sie genossen. Die Bettina gehört nicht mehr zu Niedersachsen. Mir kommt keine Mutter mehr ins Schloss - höchstens eine Leihmutter." Deswegen leitet die Staatsanwaltschaft von Hannover das nächste Ermittlungsverfahren ein, dabei raus kommt nie etwas...
Der Kai hat sich die Story nicht nehmen lassen, er berichtete exklusiv über die Trennung von der Bettina und dem Christian. Die Fotos vor der Anwaltskanzlei machte der Fabian. Der war zufälligerweise dort. Er hatte sich gerade im 96-Fan-Shop einen Schal gekauft. Da klingelte die Bettina. Wo die ist, dachte sich der Fabian, ist auch der Christian nicht weit. Er behielt Recht. Der Christian hatte dem Kai auf die Mailbox gesprochen und angekündigt, dass er nun auch ehemäßig den Rubikon überschreiten werde, 15 Minuten später überquerte der Christian den Mittellandkanal.
Der Therapeut von Bettina und Christian warf sich derweil in Schale - und dann in Lehrte vor einen Zug, der allerdings auf dem anderen Gleis an ihm vorbeidonnerte. Bei dem stimmte das Timing nicht. Dafür aber bei Bettina und Christian. Die sind am 17. Februar 2012 als Bundespräsidenten-Paar zurück- und am 6. Januar 2013 aus dem Schützenverein von Großburgwedel wieder ausgetreten, weil Christian die Bettina beim Kleinkaliber-Schießen knapp verfehlt hatte. Das war das Ehe-Aus. Mit einem schlechten Schützen wollte die Bettina nicht länger verheiratet sein. Ein schlechter Bundespräsident an ihrer Seite hatte ihr besser gefallen.
Doch jedem Zauber wohnt ein Anfang inne. Inne Woche fährt der Christian nach Berlin und rüttelt bei dem Joachim am Tor: "Ich will hier wieder rein!" Das hat ihm der Gerd erzählt, das sei eine gute Methode für die Jobsuche, wenn man sonst nichts Vernünftiges gelernt hat. Darüber muss dann nur noch der Kai berichten - und der Fabian ein Foto machen.
Sogleich wird auf Seite 1 über "Die Rückkehr" berichtet. Dann steht der Joachim noch einmal am Fenster, von dem er am 17. Februar 2013 weg ist. Der Christian hängt in allen Zimmern die Wahlplakate der Niedersachsen-CDU auf, die er in Hannover geklemmt hat, und klemmt vor das Plakat von David McAllister einen Zettel mit den Worten: "Das hast du nun davon." Doch das erfährt der David nicht mehr. Der ist längst in Schottland - und lebt das neue Motto des Vorgängers und Nachfolgers von Joachim: "Genug von Freiheit gelabert. Nun wird sie genossen. Die Bettina gehört nicht mehr zu Niedersachsen. Mir kommt keine Mutter mehr ins Schloss - höchstens eine Leihmutter." Deswegen leitet die Staatsanwaltschaft von Hannover das nächste Ermittlungsverfahren ein, dabei raus kommt nie etwas...
Mittwoch, 22. August 2012
Klasse-SB
Bald verdienen wir alle an allen anderen
Bundespräsident Joachim Gauck, der nicht reagiert, wenn er auf Probleme mit einer Verfassungsbeschwerde und mit Jugendämtern hingewiesen wird, bekommt 2013 mehr Geld. Deswegen bekommt auch Christian Wulff mehr Geld. So geht es zu im deutschen Selbstbedienungsladen.
Doch - stopp! Möglicherweise gibt es auch Politikerinnen und Politiker, die sich eine Selbstbedienungsmentalität nicht nachsagen lassen, sondern diese Regelung allgemeingültig machen wollen. Sähe dann so aus:
Scheidet jemand aus welchen Gründen auch immer aus einem Betrieb, aus einer Organisation oder sonstwo aus, profitiert er ebenfalls, wenn seine bisherigen Kolleginnen und Kollegen eine Gehaltserhöhung bekommen. Dann wären alle auch vor diesem Gesetz der automatischen Einnahmenerhöhung gleich. Was gleichbedeutend sein könnte mit einer Entlastung der Sozialkassen, wenn beispielsweise ein Langzeitarbeitsloser auf diese Weise zu Geld kommt.
Mit Protesten wäre nicht zu rechnen. Machen Gauck und Wulff auch nicht. Für den Bundespräsidenten freue ich mich übrigens über seine Gehaltserhöhung. Vielleicht kann er dann auch meine Broschüre "Zerstreutes Wohnen - Ratgeber für alle ab 70" bezahlen, die ich ihm vor Monaten geschickt habe. War eigentlich als Geschenk gedacht, für das sich Gauck bis heute nicht bedankt hat, aber damals ahnte ich noch nicht, wie reich beschenkt ein Bundespräsident sonst noch wird - und das sogar dann noch, wenn er keiner mehr ist.
Samstag, 24. März 2012
Beste Rede
Die Sigmar Gabriel noch nie im Bundestag gehalten hat
"Der Papst war auch schon da." (Marius Müller-Westernhagen) Und wäre vor seiner Ansprache beinahe am Pult im Deutschen Bundestag vorbeigelaufen. Diese Gefahr hat bei Bundespräsident Joachim Gauck am Freitag nicht bestanden. Der fand den Weg, schlug seine Mappe auf und hielt ein Rede, von der SPD-Chef Sigmar Gabriel anschließend so begeistert war, dass er sie umgehend "als die beste, die ich im Bundestag je gehört habe" einstufte. Ob Gabriel dabei seine eigenen mitbewertet hat, ist bislang nicht bekannt geworden.
Bekannt war dagegen bereits, dass Gauck ein exzellenter Redner ist, der nicht - wie von einigen befürchtet - bei Marius Müller-Westernhagens "Freiheit ist das Einzige, was zählt" innehielt. Der Wulff-Nachfolger spannte einen weiten Bogen, unter dem sogar sein Vorgänger Schutz und Anerkennung fand. Fehlte eigentlich nur noch ein von Gott an den Bundestagshimmel gezauberter Regenbogen als Versprechen dafür, dass nun nie wieder ein Bundespräsident vorzeitig aus dem Schloss Bellevue eilt und sagt: "Nach mir die Sintflut."
Eile ist Joachim Gauck auch in seinen Reden fremd. Er hastet nicht von Satz zu Satz, er wählt seine Worte mit Bedacht und hat in seiner Antrittsrede bedacht: Die Mühseligen und Beladenen ebenso wie die Reichen, die nie in den Himmel kommen und deswegen schon Kummer genug haben. Dass er aber auch anders kann, bewies der neue Bundespräsident, als er politischen Wirrköpfen an die Hohlschädel warf, dass ihr Hass Ansporn sei für alle anderen, ab sofort häufiger einmal den Verstand einzuschalten.
Bevor Gauck wieder davonrauschte, rauschte ihm Beifall von allen Fraktionsseiten entgegen. Sogar Gregor Gysi war versöhnlich gestimmt, weil auch seine Wählerinnen und Wähler in der Rede vorgekommen waren. Nur der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hatte wieder einmal nichts verstanden - oder zumindest das Meiste überhört: "Als Partei der Freiheit freuen wir uns über diesen Bundespräsidenten."
Da dachte er wieder einmal nur an seine Partei. Bald hat die in allen Bundesländern frei, wenn die Parlamente tagen. Die FDP gehört dann zur außerparlamentarischen Opposition, wie seinerzeit die 68er, deren Verdienste Gauck ebenfalls würdigte. Als Langhaarige noch nicht ins Parlament durften, fanden Bundestagssitzungen in Bonn statt, Bonn wurde deshalb "Bundesdorf" genannt.
Nach diesem Freitag sind wir endlich nicht mehr Papst, der sich verläuft, sondern Gauck, der genau weiß, wo es langgeht.
"Der Papst war auch schon da." (Marius Müller-Westernhagen) Und wäre vor seiner Ansprache beinahe am Pult im Deutschen Bundestag vorbeigelaufen. Diese Gefahr hat bei Bundespräsident Joachim Gauck am Freitag nicht bestanden. Der fand den Weg, schlug seine Mappe auf und hielt ein Rede, von der SPD-Chef Sigmar Gabriel anschließend so begeistert war, dass er sie umgehend "als die beste, die ich im Bundestag je gehört habe" einstufte. Ob Gabriel dabei seine eigenen mitbewertet hat, ist bislang nicht bekannt geworden.
Bekannt war dagegen bereits, dass Gauck ein exzellenter Redner ist, der nicht - wie von einigen befürchtet - bei Marius Müller-Westernhagens "Freiheit ist das Einzige, was zählt" innehielt. Der Wulff-Nachfolger spannte einen weiten Bogen, unter dem sogar sein Vorgänger Schutz und Anerkennung fand. Fehlte eigentlich nur noch ein von Gott an den Bundestagshimmel gezauberter Regenbogen als Versprechen dafür, dass nun nie wieder ein Bundespräsident vorzeitig aus dem Schloss Bellevue eilt und sagt: "Nach mir die Sintflut."
Eile ist Joachim Gauck auch in seinen Reden fremd. Er hastet nicht von Satz zu Satz, er wählt seine Worte mit Bedacht und hat in seiner Antrittsrede bedacht: Die Mühseligen und Beladenen ebenso wie die Reichen, die nie in den Himmel kommen und deswegen schon Kummer genug haben. Dass er aber auch anders kann, bewies der neue Bundespräsident, als er politischen Wirrköpfen an die Hohlschädel warf, dass ihr Hass Ansporn sei für alle anderen, ab sofort häufiger einmal den Verstand einzuschalten.
Bevor Gauck wieder davonrauschte, rauschte ihm Beifall von allen Fraktionsseiten entgegen. Sogar Gregor Gysi war versöhnlich gestimmt, weil auch seine Wählerinnen und Wähler in der Rede vorgekommen waren. Nur der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hatte wieder einmal nichts verstanden - oder zumindest das Meiste überhört: "Als Partei der Freiheit freuen wir uns über diesen Bundespräsidenten."
Da dachte er wieder einmal nur an seine Partei. Bald hat die in allen Bundesländern frei, wenn die Parlamente tagen. Die FDP gehört dann zur außerparlamentarischen Opposition, wie seinerzeit die 68er, deren Verdienste Gauck ebenfalls würdigte. Als Langhaarige noch nicht ins Parlament durften, fanden Bundestagssitzungen in Bonn statt, Bonn wurde deshalb "Bundesdorf" genannt.
Nach diesem Freitag sind wir endlich nicht mehr Papst, der sich verläuft, sondern Gauck, der genau weiß, wo es langgeht.
Samstag, 17. März 2012
Einmal werden...
...wir noch wach: Dann ist Gauck Bundespräsident
"Bild" hat schon einmal einen Liveticker eingerichtet. Morgen wählt die Bundesversammlung den Nachfolger von Christian Wulff, der am Donnerstag als Osnabrücker in der AWD-Arena ein tolles Spiel von Hannover 96 gesehen hat. Wer die Eintrittskarten für seine Frau und ihn bezahlte, erfahren wir wahrscheinlich auch noch.
Die 1042 Wahlfrauen und Wahlmänner sind bereits in Berlin, die Fraktionen treffen sich getrennt, um morgen größtmögliche Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Für Otto Rehhagel als Wahlmann der Berliner CDU wird´s möglicherweise eine angenehme Abwechslung. Nach der wahrscheinlichen Niederlage gegen Bayern München kann er sich bei der Stimmabgabe für Joachim Gauck wieder als Sieger fühlen. Sollte Otto sogar zweimal gewinnen, wäre er der König von der Spree - womit der neue Bundespräsident wohl leben könnte.
Sobald die Wahl gelaufen ist, eilt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Händeschütteln. So kommt sie schon einmal in Übung für die Glückwünsche, die sie auch nach den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen und im Saarland SPD und Grünen aussprechen muss, die nach dem Wulff-Rücktritt sogar die FDP für kurze Zeit wieder belebt haben. Noch vor der Fußball-Europameisterschaft ist die mausetot. Aber dann interessiert sich sowieso kaum noch jemand für Politik.
"Bild" hat schon einmal einen Liveticker eingerichtet. Morgen wählt die Bundesversammlung den Nachfolger von Christian Wulff, der am Donnerstag als Osnabrücker in der AWD-Arena ein tolles Spiel von Hannover 96 gesehen hat. Wer die Eintrittskarten für seine Frau und ihn bezahlte, erfahren wir wahrscheinlich auch noch.
Die 1042 Wahlfrauen und Wahlmänner sind bereits in Berlin, die Fraktionen treffen sich getrennt, um morgen größtmögliche Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Für Otto Rehhagel als Wahlmann der Berliner CDU wird´s möglicherweise eine angenehme Abwechslung. Nach der wahrscheinlichen Niederlage gegen Bayern München kann er sich bei der Stimmabgabe für Joachim Gauck wieder als Sieger fühlen. Sollte Otto sogar zweimal gewinnen, wäre er der König von der Spree - womit der neue Bundespräsident wohl leben könnte.
Sobald die Wahl gelaufen ist, eilt Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Händeschütteln. So kommt sie schon einmal in Übung für die Glückwünsche, die sie auch nach den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, in Nordrhein-Westfalen und im Saarland SPD und Grünen aussprechen muss, die nach dem Wulff-Rücktritt sogar die FDP für kurze Zeit wieder belebt haben. Noch vor der Fußball-Europameisterschaft ist die mausetot. Aber dann interessiert sich sowieso kaum noch jemand für Politik.
Mittwoch, 14. März 2012
Holland in Not
Der Prinz auf der Kichererbse
Flieht der nächste Bundespräsident nach Holland? Wie Kaiser Wilhelm II. 1918 nach seiner Abdankung? Möglich machen will das sein Ururenkel Prinz Philip Kiril von Preußen, der sich in einer Beilage einer Zeitung, die manche Leute lesen, wenn sie Zeit haben, für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt. Einschließlich Weltkrieg?
Königsfamilien stehen für Stabilität, behauptet dieser Prinz auf der Kichererbse, denn: "Sie werden nicht per Misstrauensvotum oder durch Aufhebung der Immunität aus dem Amt gefegt." Das tue einem Land gut. Früher hat sich Philip Kiril die Zeit als evangelischer Pfarrer in Zehdenick bei Berlin vertrieben, jetzt redet er auch Stuss in Interviews.
Damit will er - wie jeder Kaiser das spielend leicht schafft - die Herzen der Menschen erreichen. Geschenke dagegen lehnt er ab. Das unterscheidet ihn von Christian Wulff wie auch dies: "Entweder (der Monarch) hätte alten Familienbesitz oder eine Apanage - und es wäre unter seiner Würde, von Freunden Geschenke anzunehmen." Hat sein Ururgroßvater auch nicht getan. Der sah sich von Feinden umzingelt, wetterte gegen „Sozialismus“, „Gelbe Gefahr“, „Slawische Flut“ und wähnte sich in einem „unvermeidlichen Gegensatz von Slawen und Germanen“. Nach dem Ersten Weltkrieg nannte man ihn einen Kriegsverbrecher.
Der Verdacht bleibt: Prinz Philip Kiril von Preußen hat vor diesem Interview mit dem Herausgeber der Zeitung zu viele Mentholzigaretten geraucht...
Flieht der nächste Bundespräsident nach Holland? Wie Kaiser Wilhelm II. 1918 nach seiner Abdankung? Möglich machen will das sein Ururenkel Prinz Philip Kiril von Preußen, der sich in einer Beilage einer Zeitung, die manche Leute lesen, wenn sie Zeit haben, für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt. Einschließlich Weltkrieg?
Königsfamilien stehen für Stabilität, behauptet dieser Prinz auf der Kichererbse, denn: "Sie werden nicht per Misstrauensvotum oder durch Aufhebung der Immunität aus dem Amt gefegt." Das tue einem Land gut. Früher hat sich Philip Kiril die Zeit als evangelischer Pfarrer in Zehdenick bei Berlin vertrieben, jetzt redet er auch Stuss in Interviews.
Damit will er - wie jeder Kaiser das spielend leicht schafft - die Herzen der Menschen erreichen. Geschenke dagegen lehnt er ab. Das unterscheidet ihn von Christian Wulff wie auch dies: "Entweder (der Monarch) hätte alten Familienbesitz oder eine Apanage - und es wäre unter seiner Würde, von Freunden Geschenke anzunehmen." Hat sein Ururgroßvater auch nicht getan. Der sah sich von Feinden umzingelt, wetterte gegen „Sozialismus“, „Gelbe Gefahr“, „Slawische Flut“ und wähnte sich in einem „unvermeidlichen Gegensatz von Slawen und Germanen“. Nach dem Ersten Weltkrieg nannte man ihn einen Kriegsverbrecher.
Der Verdacht bleibt: Prinz Philip Kiril von Preußen hat vor diesem Interview mit dem Herausgeber der Zeitung zu viele Mentholzigaretten geraucht...
Samstag, 18. Februar 2012
Tag 1 nach Wulff
Die Suche nach dem Kandidaten
+++11.00 Uhr+++Die Bundesregierung ist sich einig. Christian Wulff steht der Ehrensold von 199 000 Euro im Jahr zu.+++
+++11.00 Uhr +++"Wen kungeln sie dieses Mal aus?" fragt Bild online nach einem Treffen der Koalitionsspitzen. Veröffentlicht werden die Fotos von Joachim Gauck, Klaus Töpfer und Ursula van der Leyen. Sind das die "Bild"-Favoriten?
+++11.00 Uhr+++Gauck bei einer Lesung in Koblenz: "Ich sage nichts zu Wulff und zu Gauck", betont der evangelische Geistliche. "Mein Terminkalender ist gut gefüllt und ich bin ein beschäftigter, glücklicher Mann", sagt er bestimmt.+++
+++12.00 Uhr+++Die NPD nennt den ehemaligen Bundespräsidenten in einer Stellungnahme "Türken-Wulff" und kündigt einen eigenen Kandidaten an.+++
+++13.30 Uhr+++Verhöhnung von Gauck+++
+++14.00 Uhr+++Koalition will SPD und Grünen Norbert Lammert und Andreas Voßkuhle vorschlagen.+++
+++Einen Tag nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff hat SPD-Chef Sigmar Gabriel bekräftigt, dass die SPD dazu bereit sei, einen überparteilichen Kandidaten gemeinsam mit allen Parteien im Bundestag zu suchen und zu tragen. „ Er oder sie muss den Respekt vor diesem Amt wieder herstellen können“, sagte Gabriel im Gespräch mit der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).+++
+++18.30 Uhr+++Nach einer kurzen Bedenkzeit hat Andreas Vokkuhle eine Kandidatur abgelehnt. Die SPD will Norbert Lammert nicht unterstützen.+++
+++18.35 Uhr+++Auch Norbert Lammert will nicht kandidieren.+++
+++19.30 Uhr+++Forsa-Umfrage für RTL: 46 Prozent für Joachim Gauck als Bundespräsident+++
+++19.35 Uhr+++Auch bei einer RTL-Umfrage liegt Joachim Gauck weit vorn
+++11.00 Uhr+++Die Bundesregierung ist sich einig. Christian Wulff steht der Ehrensold von 199 000 Euro im Jahr zu.+++
+++11.00 Uhr +++"Wen kungeln sie dieses Mal aus?" fragt Bild online nach einem Treffen der Koalitionsspitzen. Veröffentlicht werden die Fotos von Joachim Gauck, Klaus Töpfer und Ursula van der Leyen. Sind das die "Bild"-Favoriten?
+++11.00 Uhr+++Gauck bei einer Lesung in Koblenz: "Ich sage nichts zu Wulff und zu Gauck", betont der evangelische Geistliche. "Mein Terminkalender ist gut gefüllt und ich bin ein beschäftigter, glücklicher Mann", sagt er bestimmt.+++
+++12.00 Uhr+++Die NPD nennt den ehemaligen Bundespräsidenten in einer Stellungnahme "Türken-Wulff" und kündigt einen eigenen Kandidaten an.+++
+++13.30 Uhr+++Verhöhnung von Gauck+++
+++14.00 Uhr+++Koalition will SPD und Grünen Norbert Lammert und Andreas Voßkuhle vorschlagen.+++
+++Einen Tag nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff hat SPD-Chef Sigmar Gabriel bekräftigt, dass die SPD dazu bereit sei, einen überparteilichen Kandidaten gemeinsam mit allen Parteien im Bundestag zu suchen und zu tragen. „ Er oder sie muss den Respekt vor diesem Amt wieder herstellen können“, sagte Gabriel im Gespräch mit der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).+++
+++18.30 Uhr+++Nach einer kurzen Bedenkzeit hat Andreas Vokkuhle eine Kandidatur abgelehnt. Die SPD will Norbert Lammert nicht unterstützen.+++
+++18.35 Uhr+++Auch Norbert Lammert will nicht kandidieren.+++
+++19.30 Uhr+++Forsa-Umfrage für RTL: 46 Prozent für Joachim Gauck als Bundespräsident+++
+++19.35 Uhr+++Auch bei einer RTL-Umfrage liegt Joachim Gauck weit vorn
Freitag, 17. Februar 2012
Der Rücktritt
17. Februar 2012
Christian Wulff: "Mir vertraut man nicht mehr ausreichend"
+++10.55 Uhr +++Nach dem Droh- und Jammeranruf von Bundespräsident Christian Wulff bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann ist klar gewesen: Nun öffnet die Springer-Presse ihren Giftschrank. In fünf Minuten beginnt die Pressekonferenz, in der Wulff seinen Rücktritt erklären wird. Er kann gar nicht mehr anders seit die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermitteln will. Eine halbe Stunde später tritt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Kameras.
+++11.03 Uhr+++"Gern habe ich die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen", beginnt Christian Wulff um 11.03 Uhr seine Erklärung im Schloss Bellevue. Deutschland brauche einen Präsidenten, der sich mit ganzer Kraft seinem Amt widmen könne. Ihm vertraue man jedoch nicht mehr ausreichend. Deshalb trete er zurück. Bundesratspräsident Horst Seehofer werde die Vertretung übernehmen.
+++11.15 Uhr+++Die Bundesversammlung, die den neuen Bundespräsidenten wählt, muss bis Mitte März zusammentreten. Für die Wulff-Nachfolge werden mehrere Namen genannt. Dazu gehört auch Joachim Gauck.
+++11.30 Uhr+++Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt eine gemeinsame Kandidatensuche mit SPD, Grünen und FDP an.
+++11.55 Uhr+++Die Linke würde Joachim Gauck nicht wählen.
+++12 Uhr+++Bei Facebook ist der Rücktritt heißes Diskussionsthema. Jennifer schreibt: "Dieses Elend hätte man uns wirklich ersparen können, wenn Frau Merkel gleich die richtige Entscheidung getroffen und sich mit allen gemeinsam für Joachim Gauck entschieden hätte. Allerdings eines hat sie für sich erreicht: Wulff ist so was von kalt gestellt, der wird ihr niemals mehr gefährlich als Konkurrent für den BundeskanzlerInnenposten."
+++12.05 Uhr+++Die SPD nimmt Stellung: "Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Rücktritt erklärt. Damit zog er Konsequenzen aus einem drohenden Ermittlungsverfahren. Erleichtert über die Entscheidung von Wulff zeigt sich die SPD. „Dieser Schritt war notwendig und längst überfällig“, sagt Generalsekretärin Andrea Nahles."
+++13.05 Uhr+++Kabarettisten müssen Trauer tragen
+++13.10 Uhr+++Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, setzt sich für Joachim Gauck ein. Der habe schon bei der jüngsten Präsidentenwahl Sympathien auch im Koalitionslager genossen.
+++13.15 Uhr+++Zu dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff erklärt der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Hermann Gröhe:
Die CDU Deutschlands nimmt den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff mit großem Respekt und Bedauern zur Kenntnis. Wir danken ihm für seine Arbeit und seinen Dienst am Land.
Christian Wulff hat sich in seiner Amtszeit vor allem für eine Stärkung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft und ein gutes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion eingesetzt. Gelingende Integration war ihm ein persönliches Herzensanliegen. Hier hat er wertvolle Impulse gegeben, die wichtig sind für das Selbstverständnis eines modernen Deutschlands. Zugleich hat er sich auch für die Rechte von Christen in anderen Ländern eingesetzt.
Mit seinem Wirken als Bundespräsident hat sich Christian Wulff um unser Land verdient gemacht. Durch seine Bürgernähe hat er vielen Menschen Zuversicht in bewegten Zeiten vermittelt. Die CDU Deutschlands wünscht Christian Wulff und seiner Familie für die Zukunft von Herzen alles Gute.+++
+++13.25 Uhr+++Für den „Spiegel“ und für manchen Bürger wäre er „Der bessere Präsident“ gewesen. Am Tag der Rücktrittserklärung seines Gegenkandidaten Christian Wulff ist Joachim Gauck nun zu einer Lesung in Koblenz. Das Interesse ist sprunghaft angestiegen. (Rhein-Zeitung)
+++14.05 Uhr+++Staumeldung auf NDR 2: "Wahrscheinliche Ursache der Umzugslaster von Wulff."
+++15.30 Uhr+++Zum heutigen Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten erklärt der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister:
„Der heutigen Entscheidung von Christian Wulff bekunde ich meinen vollen Respekt.
Die Bilanz seiner politischen Arbeit ist beeindruckend. Als Niedersächsischer Ministerpräsident von 2003 bis 2010 hat Christian Wulff sehr viel Positives für Niedersachsen geleistet. Er hat unser Land trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen enorm nach vorn gebracht. Diese erfolgreiche Politik setzen wir in Hannover fort. Auch im Amt des Bundespräsidenten hat er wichtige Akzente gesetzt und Denkanstöße für eine menschliche Gesellschaft gegeben. Dafür danke ich ihm sehr."
+++18.00 Uhr+++Spitzenvertreter der Koalition beraten. Als mögliche Kandidaten werden Joachim Gauck, Thomas de Maiziére und Klaus Töpfer gehandelt.
+++18.00 Uhr+++Claudia Roth sagt: "Der Rücktritt von Christian Wulff war längst überfallig." Der Bundespräsident habe ein Amt, das Würde und Respekte brauche, belastet. Doch selbst bei seinem Rücktritt zeige er sich wenig einsichtig und auch die Kritik an den Medien sei nicht nachvollziehbar, so die grüne Bundesvorsitzende. Die Medien seien ihrer Aufgabe nachgekommen und hätten für Aufklärung gesorgt.
+++18.00 Uhr+++"Wir danken Christian Wulff für seine Arbeit als Bundespräsident", sagte der FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler. Er kündigte an, die Koalitionsparteien würden sich "umgehend zusammensetzen", um einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge Wulffs zu finden. "Danach werden wir auf die anderen Parteien zugehen", sagte der FDP-Chef.+++
Tag 1 nach Wulff
Christian Wulff: "Mir vertraut man nicht mehr ausreichend"
+++10.55 Uhr +++Nach dem Droh- und Jammeranruf von Bundespräsident Christian Wulff bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann ist klar gewesen: Nun öffnet die Springer-Presse ihren Giftschrank. In fünf Minuten beginnt die Pressekonferenz, in der Wulff seinen Rücktritt erklären wird. Er kann gar nicht mehr anders seit die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermitteln will. Eine halbe Stunde später tritt Bundeskanzlerin Angela Merkel vor die Kameras.
+++11.03 Uhr+++"Gern habe ich die Wahl zum Bundespräsidenten angenommen", beginnt Christian Wulff um 11.03 Uhr seine Erklärung im Schloss Bellevue. Deutschland brauche einen Präsidenten, der sich mit ganzer Kraft seinem Amt widmen könne. Ihm vertraue man jedoch nicht mehr ausreichend. Deshalb trete er zurück. Bundesratspräsident Horst Seehofer werde die Vertretung übernehmen.
+++11.15 Uhr+++Die Bundesversammlung, die den neuen Bundespräsidenten wählt, muss bis Mitte März zusammentreten. Für die Wulff-Nachfolge werden mehrere Namen genannt. Dazu gehört auch Joachim Gauck.
+++11.30 Uhr+++Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt eine gemeinsame Kandidatensuche mit SPD, Grünen und FDP an.
+++11.55 Uhr+++Die Linke würde Joachim Gauck nicht wählen.
+++12 Uhr+++Bei Facebook ist der Rücktritt heißes Diskussionsthema. Jennifer schreibt: "Dieses Elend hätte man uns wirklich ersparen können, wenn Frau Merkel gleich die richtige Entscheidung getroffen und sich mit allen gemeinsam für Joachim Gauck entschieden hätte. Allerdings eines hat sie für sich erreicht: Wulff ist so was von kalt gestellt, der wird ihr niemals mehr gefährlich als Konkurrent für den BundeskanzlerInnenposten."
+++12.05 Uhr+++Die SPD nimmt Stellung: "Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Rücktritt erklärt. Damit zog er Konsequenzen aus einem drohenden Ermittlungsverfahren. Erleichtert über die Entscheidung von Wulff zeigt sich die SPD. „Dieser Schritt war notwendig und längst überfällig“, sagt Generalsekretärin Andrea Nahles."
+++13.05 Uhr+++Kabarettisten müssen Trauer tragen
+++13.10 Uhr+++Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef in Schleswig-Holstein, setzt sich für Joachim Gauck ein. Der habe schon bei der jüngsten Präsidentenwahl Sympathien auch im Koalitionslager genossen.
+++13.15 Uhr+++Zu dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff erklärt der Generalsekretär der CDU Deutschlands, Hermann Gröhe:
Die CDU Deutschlands nimmt den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff mit großem Respekt und Bedauern zur Kenntnis. Wir danken ihm für seine Arbeit und seinen Dienst am Land.
Christian Wulff hat sich in seiner Amtszeit vor allem für eine Stärkung des Zusammenhalts in unserer Gesellschaft und ein gutes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion eingesetzt. Gelingende Integration war ihm ein persönliches Herzensanliegen. Hier hat er wertvolle Impulse gegeben, die wichtig sind für das Selbstverständnis eines modernen Deutschlands. Zugleich hat er sich auch für die Rechte von Christen in anderen Ländern eingesetzt.
Mit seinem Wirken als Bundespräsident hat sich Christian Wulff um unser Land verdient gemacht. Durch seine Bürgernähe hat er vielen Menschen Zuversicht in bewegten Zeiten vermittelt. Die CDU Deutschlands wünscht Christian Wulff und seiner Familie für die Zukunft von Herzen alles Gute.+++
+++13.25 Uhr+++Für den „Spiegel“ und für manchen Bürger wäre er „Der bessere Präsident“ gewesen. Am Tag der Rücktrittserklärung seines Gegenkandidaten Christian Wulff ist Joachim Gauck nun zu einer Lesung in Koblenz. Das Interesse ist sprunghaft angestiegen. (Rhein-Zeitung)
+++14.05 Uhr+++Staumeldung auf NDR 2: "Wahrscheinliche Ursache der Umzugslaster von Wulff."
+++15.30 Uhr+++Zum heutigen Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten erklärt der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister:
„Der heutigen Entscheidung von Christian Wulff bekunde ich meinen vollen Respekt.
Die Bilanz seiner politischen Arbeit ist beeindruckend. Als Niedersächsischer Ministerpräsident von 2003 bis 2010 hat Christian Wulff sehr viel Positives für Niedersachsen geleistet. Er hat unser Land trotz nicht einfacher Rahmenbedingungen enorm nach vorn gebracht. Diese erfolgreiche Politik setzen wir in Hannover fort. Auch im Amt des Bundespräsidenten hat er wichtige Akzente gesetzt und Denkanstöße für eine menschliche Gesellschaft gegeben. Dafür danke ich ihm sehr."
+++18.00 Uhr+++Spitzenvertreter der Koalition beraten. Als mögliche Kandidaten werden Joachim Gauck, Thomas de Maiziére und Klaus Töpfer gehandelt.
+++18.00 Uhr+++Claudia Roth sagt: "Der Rücktritt von Christian Wulff war längst überfallig." Der Bundespräsident habe ein Amt, das Würde und Respekte brauche, belastet. Doch selbst bei seinem Rücktritt zeige er sich wenig einsichtig und auch die Kritik an den Medien sei nicht nachvollziehbar, so die grüne Bundesvorsitzende. Die Medien seien ihrer Aufgabe nachgekommen und hätten für Aufklärung gesorgt.
+++18.00 Uhr+++"Wir danken Christian Wulff für seine Arbeit als Bundespräsident", sagte der FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler. Er kündigte an, die Koalitionsparteien würden sich "umgehend zusammensetzen", um einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge Wulffs zu finden. "Danach werden wir auf die anderen Parteien zugehen", sagte der FDP-Chef.+++
Tag 1 nach Wulff
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Lindner! Wulff?
14. Dezember 2011
Der tägliche Rücktritt
Inzwischen tritt täglich jemand zurück: Heute FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Der ist zwei Jahre im Amt gewesen, erklärte vor drei Tagen den Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm für gescheitert und will nun mit seinem Rücktritt - verlautet aus FDP-Kreisen - "den Weg frei machen für eine neue Dynamik".
Könnte ihm gelingen. Denn schon fordert der Altliberale Gerhart Baum in Interviews auch den Rücktritt von Parteichef Philipp Rösler. Der hat den Mitgliederentscheid ebenfalls bereits für gescheitert erklärt und ist am 11. Dezember 2011 in der "Bild am Sonntag" gefragt worden, ob er am nächsten Sonntag noch im Amt sei. Aber sicher, antwortete Rösler.
Also tritt der FDP-Parteichef erst am Montag zurück, weil er dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff nicht zuvorkommen will? Könnte sein. Muss aber nicht. Denn die Geschichte von Wulffs Unfähigkeit, private und politische Dinge zu trennen, könnte sich dank Angela Merkel hinziehen. Die hat sich so sehr dafür ins Zeug gelegt, dass aus diesem niedersächsischen Ministerpräsidenten ein Bundespräsident geworden ist, dass sie alles tun wird, damit Wulff nichts am Zeug geflickt werden kann.
Außerdem: Den Rekord hält sie schon. In ihrer Ära als Bundeskanzlerin sind so viele Politiker zurückgetreten wie in keiner anderen Ära eines Bundeskanzlers. So scheint sie ein Trauma zu verarbeiten. Das aus der DDR stammen könnte. Denn in diesem Arbeiter- und Bauernstaat wäre man für die Forderung, ein hoher SED-Funktionär möge sein Amt niederlegen, im Gefängnis gelandet.
Der tägliche Rücktritt
Inzwischen tritt täglich jemand zurück: Heute FDP-Generalsekretär Christian Lindner. Der ist zwei Jahre im Amt gewesen, erklärte vor drei Tagen den Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm für gescheitert und will nun mit seinem Rücktritt - verlautet aus FDP-Kreisen - "den Weg frei machen für eine neue Dynamik".
Könnte ihm gelingen. Denn schon fordert der Altliberale Gerhart Baum in Interviews auch den Rücktritt von Parteichef Philipp Rösler. Der hat den Mitgliederentscheid ebenfalls bereits für gescheitert erklärt und ist am 11. Dezember 2011 in der "Bild am Sonntag" gefragt worden, ob er am nächsten Sonntag noch im Amt sei. Aber sicher, antwortete Rösler.
Also tritt der FDP-Parteichef erst am Montag zurück, weil er dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff nicht zuvorkommen will? Könnte sein. Muss aber nicht. Denn die Geschichte von Wulffs Unfähigkeit, private und politische Dinge zu trennen, könnte sich dank Angela Merkel hinziehen. Die hat sich so sehr dafür ins Zeug gelegt, dass aus diesem niedersächsischen Ministerpräsidenten ein Bundespräsident geworden ist, dass sie alles tun wird, damit Wulff nichts am Zeug geflickt werden kann.
Außerdem: Den Rekord hält sie schon. In ihrer Ära als Bundeskanzlerin sind so viele Politiker zurückgetreten wie in keiner anderen Ära eines Bundeskanzlers. So scheint sie ein Trauma zu verarbeiten. Das aus der DDR stammen könnte. Denn in diesem Arbeiter- und Bauernstaat wäre man für die Forderung, ein hoher SED-Funktionär möge sein Amt niederlegen, im Gefängnis gelandet.
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Montag, 2. August 2010
Geschnatter
1. Juli 2010
Hoffentlich bald wieder nüchtern
Die Bundesversammlung hat Christian Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Hätte verhindert werden können, sagen Sozialdemokraten. Die Linke hätte nur im ersten Wahlgang Joachim Gauck wählen müssen und schon wäre der 70-Jährige durch gewesen. Auch Grüne vertreten diese Auffassung.
Bleibt die Hoffnung, dass die irgendwann auch wieder nüchtern werden. Denn wenn die Linke keine eigene Kandidatin aufgestellt und sich gleich für den Kandidaten von SPD und Grünen entschieden hätte, wären Union und FDP zusammengeschweißt worden. Schon im ersten Wahlgang hätte Christian Wulff die absolute Mehrheit bekommen.
Bei drei Kandidaten aber lässt es sich gut vom Koalitionskurs abweichen. Mit einem Kreuz an aus Merkels Sicht falscher Stelle kann man: insgeheime Sympathie für einen Bürgerrechtler signalisieren, der Kanzlerin vor das Schienbein treten oder Wulff zeigen, dass er als Bundespräsident nicht nur Allgemeinplätzchen backen darf. Welche Motive die so genannten "Abweichler" auch immer gehabt haben mögen, sie sind stets auf der sicheren Seite gewesen.
Das lag an den Mehrheitsverhältnissen. Das lag aber auch daran, dass die Linke aus dem Abseits nicht herauskommt oder nicht herauskommen soll. Wollen die irgendwo mitmachen, gelten sie als Schmuddelkinder, mit denen sich jeder Umgang verbietet, wollen sie nicht mitmachen, sind sie in der Demokratie noch nicht angekommen. Dabei ist das auch nur eine ganz gewöhnliche Partei. Die beim dritten Wahlgang in der Bundesversammlung noch gewöhnlicher wurde. Erst zog sie ihre Kandidatin zurück, dann übte sie sich in Stimmenthaltung.
Aus Niedersachsen hörte man dazu, man habe sich der Stimme enthalten, weil man sich hätte entscheiden müssen für "Hitler oder Stalin", für "Pest oder Cholera". Das ist das Schlimme an solchen Dummköpfen: Sie denken über derlei Vergleiche nicht nach.
Nach der Wahl des Bundespräsidenten sollen wir Bürgerinnen und Bürger uns weiter für Politik interessieren. Da sind aber erst einmal die Parteien gefordert. Von denen muss man jetzt erwarten: Union und FDP stellen sofort die Suche nach den Wahlfrauen und Wahlmännern, die nicht für Wulff gestimmt haben, wieder ein, SPD und Grüne akzeptieren das Wahlergebnis ohne weiteres Wenn und Aber. Und was soll die Linke tun?
Wenn ich das wüsste...
Hoffentlich bald wieder nüchtern
Die Bundesversammlung hat Christian Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Hätte verhindert werden können, sagen Sozialdemokraten. Die Linke hätte nur im ersten Wahlgang Joachim Gauck wählen müssen und schon wäre der 70-Jährige durch gewesen. Auch Grüne vertreten diese Auffassung.
Bleibt die Hoffnung, dass die irgendwann auch wieder nüchtern werden. Denn wenn die Linke keine eigene Kandidatin aufgestellt und sich gleich für den Kandidaten von SPD und Grünen entschieden hätte, wären Union und FDP zusammengeschweißt worden. Schon im ersten Wahlgang hätte Christian Wulff die absolute Mehrheit bekommen.
Bei drei Kandidaten aber lässt es sich gut vom Koalitionskurs abweichen. Mit einem Kreuz an aus Merkels Sicht falscher Stelle kann man: insgeheime Sympathie für einen Bürgerrechtler signalisieren, der Kanzlerin vor das Schienbein treten oder Wulff zeigen, dass er als Bundespräsident nicht nur Allgemeinplätzchen backen darf. Welche Motive die so genannten "Abweichler" auch immer gehabt haben mögen, sie sind stets auf der sicheren Seite gewesen.
Das lag an den Mehrheitsverhältnissen. Das lag aber auch daran, dass die Linke aus dem Abseits nicht herauskommt oder nicht herauskommen soll. Wollen die irgendwo mitmachen, gelten sie als Schmuddelkinder, mit denen sich jeder Umgang verbietet, wollen sie nicht mitmachen, sind sie in der Demokratie noch nicht angekommen. Dabei ist das auch nur eine ganz gewöhnliche Partei. Die beim dritten Wahlgang in der Bundesversammlung noch gewöhnlicher wurde. Erst zog sie ihre Kandidatin zurück, dann übte sie sich in Stimmenthaltung.
Aus Niedersachsen hörte man dazu, man habe sich der Stimme enthalten, weil man sich hätte entscheiden müssen für "Hitler oder Stalin", für "Pest oder Cholera". Das ist das Schlimme an solchen Dummköpfen: Sie denken über derlei Vergleiche nicht nach.
Nach der Wahl des Bundespräsidenten sollen wir Bürgerinnen und Bürger uns weiter für Politik interessieren. Da sind aber erst einmal die Parteien gefordert. Von denen muss man jetzt erwarten: Union und FDP stellen sofort die Suche nach den Wahlfrauen und Wahlmännern, die nicht für Wulff gestimmt haben, wieder ein, SPD und Grüne akzeptieren das Wahlergebnis ohne weiteres Wenn und Aber. Und was soll die Linke tun?
Wenn ich das wüsste...
Montag, 28. Juni 2010
Der kleine Prinz
28. Juni 2010
Lebensweisheiten für einsame Insel
Dafür bekommt Christian Wulff von mir einen Sympathiepunkt: In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hat der Kandidat von Union und FDP auf die Frage "Welches Buch würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?" geantwortet: "Wenn nur eins erlaubt wäre, dann ´Der kleine Prinz´." Denn: "Dieses Werk von Saint-Exupéry enthält viele Lebensweisheiten, vor allem, mit dem Herzen statt nur mit den Augen zu sehen."
Zu diesem Meisterwerk gibt es auch eine zauberhafte Internetpräsenz.
Lebensweisheiten für einsame Insel
Dafür bekommt Christian Wulff von mir einen Sympathiepunkt: In einem Interview mit der "Bild am Sonntag" hat der Kandidat von Union und FDP auf die Frage "Welches Buch würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?" geantwortet: "Wenn nur eins erlaubt wäre, dann ´Der kleine Prinz´." Denn: "Dieses Werk von Saint-Exupéry enthält viele Lebensweisheiten, vor allem, mit dem Herzen statt nur mit den Augen zu sehen."
Zu diesem Meisterwerk gibt es auch eine zauberhafte Internetpräsenz.
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Dienstag, 22. Juni 2010
Seicht-langweilig
22. Januar 2010
ntv: Heiner Bremer wortplätschert mit Christian Wulff
Wieder so ein Gespräch. Heiner Bremer plaudert auf ntv mit Christian Wulff über seine Kandidatur als Bundespräsident. Wenn dieser ehemalige FDP-Politiker Studiogäste einlädt, blättert man nebenbei in der Zeitung. Bei dem Wortgeplätscher kann man den Fernsehabend entspannt ausklingen lassen.
Christian Wulff gibt den netten Politiker, Heiner Bremer den netten Gastgeber. Ausgetauscht werden Nettigkeiten über einen niedersächsischen Ministerpräsidenten, der seinen Ministern viele Freiheiten lässt, über Patchworkfamilien, die Probleme haben, aber welche Wulff hat, bleibt offen, über die Gründe für die Kandidatur, die den niedersächsischen Ministerpräsidenten zu der Erkenntnis kommen lassen: "Auch ich werde älter." Kanzler kann er nicht. Nur Bundespräsident. Man muss ihn nur noch wählen. Das Wahlergebnis vom 30. Juni lässt er offen. Das gebietet die Demut vor der Bundesversammlung.
Den Mann kann man überall hinschicken. Alle werden sagen: "Der ist aber nett." Aber: Brauchen wir einen netten Bundespräsidenten? Oder einen mit Profil? Wie dermaleinst Gustav Heinemann? Der hat das höchste Amt bekleidet, als man Sozialdemokraten noch vorwarf, sie seien vaterlandslose Gesellen. Dennoch beantwortete er die Frage, ob er sein Vaterland liebe, so: "Warum? Ich liebe doch schon meine Frau."
Das hat gesessen. Und in diesen Zeiten muss noch mehr sitzen. Wenn alle durcheinander reden, alle vier Wochen ein neues Motto ausgegeben wird und man sich fragt, ob Deutschland ohne Regierung anders wäre als Deutschland mit Regierung, muss da jemand sein, der sagt: "Alle mal herhören. Auch die, die schwer hören."
Joachim Gauck könnte dieser Mann mit der Pauke sein. Christian Wulffs Blockflötenlied "Kein schöner Land in meiner Zeit" wird kein Hit.
ntv: Heiner Bremer wortplätschert mit Christian Wulff
Wieder so ein Gespräch. Heiner Bremer plaudert auf ntv mit Christian Wulff über seine Kandidatur als Bundespräsident. Wenn dieser ehemalige FDP-Politiker Studiogäste einlädt, blättert man nebenbei in der Zeitung. Bei dem Wortgeplätscher kann man den Fernsehabend entspannt ausklingen lassen.
Christian Wulff gibt den netten Politiker, Heiner Bremer den netten Gastgeber. Ausgetauscht werden Nettigkeiten über einen niedersächsischen Ministerpräsidenten, der seinen Ministern viele Freiheiten lässt, über Patchworkfamilien, die Probleme haben, aber welche Wulff hat, bleibt offen, über die Gründe für die Kandidatur, die den niedersächsischen Ministerpräsidenten zu der Erkenntnis kommen lassen: "Auch ich werde älter." Kanzler kann er nicht. Nur Bundespräsident. Man muss ihn nur noch wählen. Das Wahlergebnis vom 30. Juni lässt er offen. Das gebietet die Demut vor der Bundesversammlung.
Den Mann kann man überall hinschicken. Alle werden sagen: "Der ist aber nett." Aber: Brauchen wir einen netten Bundespräsidenten? Oder einen mit Profil? Wie dermaleinst Gustav Heinemann? Der hat das höchste Amt bekleidet, als man Sozialdemokraten noch vorwarf, sie seien vaterlandslose Gesellen. Dennoch beantwortete er die Frage, ob er sein Vaterland liebe, so: "Warum? Ich liebe doch schon meine Frau."
Das hat gesessen. Und in diesen Zeiten muss noch mehr sitzen. Wenn alle durcheinander reden, alle vier Wochen ein neues Motto ausgegeben wird und man sich fragt, ob Deutschland ohne Regierung anders wäre als Deutschland mit Regierung, muss da jemand sein, der sagt: "Alle mal herhören. Auch die, die schwer hören."
Joachim Gauck könnte dieser Mann mit der Pauke sein. Christian Wulffs Blockflötenlied "Kein schöner Land in meiner Zeit" wird kein Hit.
Sonntag, 20. Juni 2010
Merkel ärgern?
20. Juni 2010
Angenehme Begegnung mit Christian Wulff
Erwischt! Joachim Gauck hat es getan. Er traf sich mit Christian Wulff. "Unter vier Augen". Die Begegnung sei "angenehm" gewesen. Erzählt der Kandidat von SPD und Grünen in einem Gespräch mit der "Bild am Sonntag". Wulff sei auf "seine Weise" ein geeigneter Kandidat. Das gelte aber auch für ihn selbst.
Mit dem Gedanken, dass SPD und Grüne mit seiner Nominierung "die Kanzlerin so schön ärgern können", spielt der 70-Jährige nicht lange. Seine Kandidatur mache Sinn, "weil damit die Hoffnung auf mehr Vertrauen in Persnen und Institutionen gestärkt wird".
Wohl auch deshalb will die Mehrheit immer noch Joachim Gauck als Bundespräsidenten. Bei der jüngsten Emnid-Umfrage kommt Gauck auf 39, Wulff auf 37 Prozent. Der Niedersachse hat also aufgeholt.
Illusionen über die Wahlchancen des 70-Jährigen machen sich die Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer nicht. 52 Prozent rechnen mit einem Sieg des Kandidaten von Union und FDP.
Angenehme Begegnung mit Christian Wulff
Erwischt! Joachim Gauck hat es getan. Er traf sich mit Christian Wulff. "Unter vier Augen". Die Begegnung sei "angenehm" gewesen. Erzählt der Kandidat von SPD und Grünen in einem Gespräch mit der "Bild am Sonntag". Wulff sei auf "seine Weise" ein geeigneter Kandidat. Das gelte aber auch für ihn selbst.
Mit dem Gedanken, dass SPD und Grüne mit seiner Nominierung "die Kanzlerin so schön ärgern können", spielt der 70-Jährige nicht lange. Seine Kandidatur mache Sinn, "weil damit die Hoffnung auf mehr Vertrauen in Persnen und Institutionen gestärkt wird".
Wohl auch deshalb will die Mehrheit immer noch Joachim Gauck als Bundespräsidenten. Bei der jüngsten Emnid-Umfrage kommt Gauck auf 39, Wulff auf 37 Prozent. Der Niedersachse hat also aufgeholt.
Illusionen über die Wahlchancen des 70-Jährigen machen sich die Umfrageteilnehmerinnen und Umfrageteilnehmer nicht. 52 Prozent rechnen mit einem Sieg des Kandidaten von Union und FDP.
Freitag, 18. Juni 2010
Sachsen-FDP für Gauck
18. Juni 2010
ND-Tritt vors Schienbein
Als "gelebte Demokratie" hat Christian Wulff die internetten Diskussionen über die Wahl des Bundespräsidenten bezeichnet. Besonders groß ist die Unterstützung für Joachim Gauck.
Der macht weiter Wahl-Boden in der Bundesversammlung gut. Aus Sachsen bekommt er die Stimmen der drei Wahlmänner der FDP. Auch die Freien Wähler aus Bayern neigen zu einer Stimmabgabe für den Kandidaten von SPD und Grünen.
Wie sich die Linke verhalten wird, ist auch dem "Neuen Deutschland" (ND) noch nicht so ganz klar. Joachim Gauck besucht am 29. Juni die Fraktion. Dieser Besuch könnte nach Meinung des Blattes so verlaufen: "...wer weiß, vielleicht disqualifiziert sich der als selbstgerecht und aufbrausend bekannte Ex-Pastor dann endgültig."
ND-Tritt vors Schienbein
Als "gelebte Demokratie" hat Christian Wulff die internetten Diskussionen über die Wahl des Bundespräsidenten bezeichnet. Besonders groß ist die Unterstützung für Joachim Gauck.
Der macht weiter Wahl-Boden in der Bundesversammlung gut. Aus Sachsen bekommt er die Stimmen der drei Wahlmänner der FDP. Auch die Freien Wähler aus Bayern neigen zu einer Stimmabgabe für den Kandidaten von SPD und Grünen.
Wie sich die Linke verhalten wird, ist auch dem "Neuen Deutschland" (ND) noch nicht so ganz klar. Joachim Gauck besucht am 29. Juni die Fraktion. Dieser Besuch könnte nach Meinung des Blattes so verlaufen: "...wer weiß, vielleicht disqualifiziert sich der als selbstgerecht und aufbrausend bekannte Ex-Pastor dann endgültig."
Donnerstag, 17. Juni 2010
Unrechtsstaat?
17. Juni 2010
Die Linke und der Bundespräsident
Auch in Österreich notieren Medien: "Luc Jochimsen von der Partei ´Die Linke´ will nur von ´unverzeihlichem Unrecht´ in der DDR sprechen. Den Begriff ´Unrechtsstaat´ lehnt sie als ´juristisch und staatsrechtlich nicht haltbar´ ab."
Und wie ist es mit umgangssprachlich? Weniger gestelzt drückt sich die Kandidatin der "Linken" aus, wenn es um Joachim Gauck geht. Der sei für die Linke ebenso nicht wählbar wie Christian Wulff. Das werde sich auch im dritten Wahlgang nicht ändern.
Im Hauptstadtstudio der ARD wird dagegen darüber spekuliert, ob die Linke dann nicht doch...Schließlich könne man Angela Merkel im dritten Wahlgang "den Garaus" machen. Was für eine Wortwahl! Seit wann richten Journalisten bei einer Wahl des Bundespräsidenten Kanonen auf die Bundeskanzlerin?
Hofft man bei der "Tagesschau" etwa schon auf Munition, mit der im Sommerloch wild herumgeballert werden kann?
Die Linke und der Bundespräsident
Auch in Österreich notieren Medien: "Luc Jochimsen von der Partei ´Die Linke´ will nur von ´unverzeihlichem Unrecht´ in der DDR sprechen. Den Begriff ´Unrechtsstaat´ lehnt sie als ´juristisch und staatsrechtlich nicht haltbar´ ab."
Und wie ist es mit umgangssprachlich? Weniger gestelzt drückt sich die Kandidatin der "Linken" aus, wenn es um Joachim Gauck geht. Der sei für die Linke ebenso nicht wählbar wie Christian Wulff. Das werde sich auch im dritten Wahlgang nicht ändern.
Im Hauptstadtstudio der ARD wird dagegen darüber spekuliert, ob die Linke dann nicht doch...Schließlich könne man Angela Merkel im dritten Wahlgang "den Garaus" machen. Was für eine Wortwahl! Seit wann richten Journalisten bei einer Wahl des Bundespräsidenten Kanonen auf die Bundeskanzlerin?
Hofft man bei der "Tagesschau" etwa schon auf Munition, mit der im Sommerloch wild herumgeballert werden kann?
Mittwoch, 16. Juni 2010
VW-Aufsichtsrat
16. Juni 2010
Christian Wulff legt Mandat nieder
Hannover. Eine Sprecherin der Niedersächsischen Landesregierung erklärt: „Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat heute gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volkswagen AG Ferdinand Piëch erklärt, sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied unter Beachtung der in der Satzung genannten Monatsfrist niederzulegen. Sollte Wulff am 30. Juni 2010 zum Bundespräsidenten gewählt werden, würde sein Mandat aus verfassungsrechtlichen Gründen sofort enden - also vor Ablauf der Monatsfrist. Denn gemäß Artikel 55 Absatz 2 Grundgesetz darf ein Bundespräsident nicht dem Aufsichtsrat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören. Das Landeskabinett wird am 1. Juli einen Vorschlag machen, wer vom Amtsgericht Braunschweig für diesen Sitz bestellt werden soll."
Christian Wulff legt Mandat nieder
Hannover. Eine Sprecherin der Niedersächsischen Landesregierung erklärt: „Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat heute gegenüber dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Volkswagen AG Ferdinand Piëch erklärt, sein Mandat als Aufsichtsratsmitglied unter Beachtung der in der Satzung genannten Monatsfrist niederzulegen. Sollte Wulff am 30. Juni 2010 zum Bundespräsidenten gewählt werden, würde sein Mandat aus verfassungsrechtlichen Gründen sofort enden - also vor Ablauf der Monatsfrist. Denn gemäß Artikel 55 Absatz 2 Grundgesetz darf ein Bundespräsident nicht dem Aufsichtsrat eines auf Erwerb gerichteten Unternehmens angehören. Das Landeskabinett wird am 1. Juli einen Vorschlag machen, wer vom Amtsgericht Braunschweig für diesen Sitz bestellt werden soll."
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Dienstag, 15. Juni 2010
Wunderschöne Stilblüte
15. Juni 2010
FDP bestreitet Einheit?
Diese "Welt"-Stilblüte ist wirklich wunderschön, obwohl der Sommer noch nicht so ganz auf Temperaturen gekommen ist: "Wulff stellte sich am Nachmittag offiziell in den Koalitionsfraktionen vor. Während die Unionsfraktion die Ansprache des Kandidaten sofort mit großem Beifall quittierte, kam es in der FDP-Fraktion zu einer längeren Debatte über die deutsche Einheit, die vor allem von ostdeutschen Parlamentariern bestritten wurde."
FDP bestreitet Einheit?
Diese "Welt"-Stilblüte ist wirklich wunderschön, obwohl der Sommer noch nicht so ganz auf Temperaturen gekommen ist: "Wulff stellte sich am Nachmittag offiziell in den Koalitionsfraktionen vor. Während die Unionsfraktion die Ansprache des Kandidaten sofort mit großem Beifall quittierte, kam es in der FDP-Fraktion zu einer längeren Debatte über die deutsche Einheit, die vor allem von ostdeutschen Parlamentariern bestritten wurde."
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Sonntag, 13. Juni 2010
Mauer in Schlagzeilen
13. Juni 2010
Im Westen und im Osten nichts Neues?
In Schlagzeilen steht die Mauer noch. Wie in dieser: "Im Osten liegt Gauck vorn, im Westen Wulff". Titelt heute die "Bild am Sonntag". Veröffentlicht wird die jüngste Emnid-Umfrage. 34 Prozent sind für Gauck, 32 Prozent für Wulff.
Dann wird Deutschland von den Demoskopen und von der Redaktion geteilt: "Im Osten sind sogar 55 Prozent für Gauck, nur 15 Prozent für Wulff. Im Westen liegt Wulff mit 36 : 29 Prozent vorn."
Macht aber nichts, geht aus dem nächsten Satz hervor: "Gewählt wird der Bundespräsident aber nicht vom Volk, sondern von der Bundesversammlung. Dort haben Union und FDP die Mehrheit."
Denen aus dem Osten wird´s also am 30. Juni 2010 gezeigt? Der Westen richtet´s in der Bundesversammlung?
Im Westen und im Osten nichts Neues?
In Schlagzeilen steht die Mauer noch. Wie in dieser: "Im Osten liegt Gauck vorn, im Westen Wulff". Titelt heute die "Bild am Sonntag". Veröffentlicht wird die jüngste Emnid-Umfrage. 34 Prozent sind für Gauck, 32 Prozent für Wulff.
Dann wird Deutschland von den Demoskopen und von der Redaktion geteilt: "Im Osten sind sogar 55 Prozent für Gauck, nur 15 Prozent für Wulff. Im Westen liegt Wulff mit 36 : 29 Prozent vorn."
Macht aber nichts, geht aus dem nächsten Satz hervor: "Gewählt wird der Bundespräsident aber nicht vom Volk, sondern von der Bundesversammlung. Dort haben Union und FDP die Mehrheit."
Denen aus dem Osten wird´s also am 30. Juni 2010 gezeigt? Der Westen richtet´s in der Bundesversammlung?
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Samstag, 12. Juni 2010
CDU Niedersachsen wirbt
12. Juni 2010
Video-Chat mit Christian Wulff
Stellen Sie jetzt Ihre Frage an den Kandidaten von CDU, CSU und FDP für das Amt des Bundespräsidenten, Ministerpräsident Christian Wulff. Senden Sie dazu einfach eine e-Mail an chat@christianwulff.de oder auf seiner Facebook-Seite unter www.facebook.com/Christian.Wulff.Bundespraesident. Er wird diese höchst persönlich in einem Live-Chat am Montag 14. Juni 2010 ab 13 Uhr unter http://www.christian-wulff.de/ beantworten.
In einem Video-Interview erläutert Ministerpräsident Christian Wulff was ihn am Amt des Bundespräsidenten reizt. Das gesamte Video sehen Sie auf http://www.christianwulff.de/
Aus einer Rund-mail der CDU Niedersachsen
Meine soeben übermittelten Fragen an Christian Wulff
1. Der Rücktritt von Horst Köhler scheint von der CDU einfach nur hingenommen worden zu sein. Täuscht mich dieser Eindruck - oder hat es jemals Rückendeckung für diesen Bundespräsidenten gegeben?
2. Medienberichten zufolge hat Ursula von der Leyen als Favoritin gegolten. Wenn sie das nicht war, warum gab es dann keine klaren Stellungnahmen aus der CDU?
3. Nun treten zwei Kandidaten und eine Kandidatin an. Die größten Sympathien genießt derzeit Joachim Gauck. Warum ist diese hoch angesehene Persönlichkeit nicht auch von der CDU nominiert worden - darüber informiert war die Bundeskanzlerin per SMS von Sigmar Gabriel?
Video-Chat mit Christian Wulff
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In einem Video-Interview erläutert Ministerpräsident Christian Wulff was ihn am Amt des Bundespräsidenten reizt. Das gesamte Video sehen Sie auf http://www.christianwulff.de/
Aus einer Rund-mail der CDU Niedersachsen
Meine soeben übermittelten Fragen an Christian Wulff
1. Der Rücktritt von Horst Köhler scheint von der CDU einfach nur hingenommen worden zu sein. Täuscht mich dieser Eindruck - oder hat es jemals Rückendeckung für diesen Bundespräsidenten gegeben?
2. Medienberichten zufolge hat Ursula von der Leyen als Favoritin gegolten. Wenn sie das nicht war, warum gab es dann keine klaren Stellungnahmen aus der CDU?
3. Nun treten zwei Kandidaten und eine Kandidatin an. Die größten Sympathien genießt derzeit Joachim Gauck. Warum ist diese hoch angesehene Persönlichkeit nicht auch von der CDU nominiert worden - darüber informiert war die Bundeskanzlerin per SMS von Sigmar Gabriel?
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Gauck punktet
12. Juni 2010
Bald nur noch Allgemeinplätzchen?
"Er weiß, dass er keine Chance hat - und tut alles, um sie zu nutzen: Zwei Tage nach Christian Wulff beweist Herausforderer Joachim Gauck im ARD-Talk, dass er der bessere Bundespräsident wäre - und überrascht mit einigen Antworten." Steht heute online in der "Süddeutschen Zeitung".
Wieder eiert der 70-Jährige nicht herum, er nennt das Unrecht in der DDR beim Namen und antwortet auf die Frage, ob er eitel sei, mit Ja. Keine Frage: Der Mann will ins Schloss Bellevue - zählt aber nicht bei jeder Antwort im Geiste erst einmal nach, wie viele Stimmen er dafür in der Bundesversammlung bekommt.
Anders Christian Wulff. Der ist im Zweifelsfalle für den "Weltfrieden". Der Weltfrieden hat Zukunft - wie Wulff als Bundespräsident, wenn am 30. Juni die Merkel-Rechnung aufgeht. Dann müssen sich die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf das einstellen, woran sich die Niedersachsen seit Jahren gewöhnt haben.
Sie bekommen einen Bundespräsidenten ohne Profil. Was Redenschreibern die Sache erleichtert. Sie müssen Allgemeinplätzchen nur immer neu verpacken.
Bald nur noch Allgemeinplätzchen?
"Er weiß, dass er keine Chance hat - und tut alles, um sie zu nutzen: Zwei Tage nach Christian Wulff beweist Herausforderer Joachim Gauck im ARD-Talk, dass er der bessere Bundespräsident wäre - und überrascht mit einigen Antworten." Steht heute online in der "Süddeutschen Zeitung".
Wieder eiert der 70-Jährige nicht herum, er nennt das Unrecht in der DDR beim Namen und antwortet auf die Frage, ob er eitel sei, mit Ja. Keine Frage: Der Mann will ins Schloss Bellevue - zählt aber nicht bei jeder Antwort im Geiste erst einmal nach, wie viele Stimmen er dafür in der Bundesversammlung bekommt.
Anders Christian Wulff. Der ist im Zweifelsfalle für den "Weltfrieden". Der Weltfrieden hat Zukunft - wie Wulff als Bundespräsident, wenn am 30. Juni die Merkel-Rechnung aufgeht. Dann müssen sich die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger auf das einstellen, woran sich die Niedersachsen seit Jahren gewöhnt haben.
Sie bekommen einen Bundespräsidenten ohne Profil. Was Redenschreibern die Sache erleichtert. Sie müssen Allgemeinplätzchen nur immer neu verpacken.
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