Dieser Bundespräsident wird immer gefährlicher
In der "heute-show" wird er nur "Zonen-Pastor" genannt. Das meiste säuselt er. Aber bei der Sicherheitskonferenz hat er einen hoch gekriegt. Bundespräsident Gauck wird immer gefährlicher. Aus Erfahrungen will er nicht lernen - oder kann er das aus Altersgründen schon nicht mehr? "Bild" hat nach Gaucks Auftritt sogleich eine Umfrage gestartet. Zwischenergebnis: 75 Prozent lehnen Auslandseinsätze der Bundeswehr ab. Der Bundespräsident spricht also für eine Minderheit. Das ist gut so. Die meisten Deutschen wollen nicht in einem Land leben, das seine militärischen Muskeln spielen lässt und mit Muskelkater zurückkehrt. Der Spruch "Wir müssen die Freiheit am Hindukusch verteidigen", hat sich als Dummheit erwiesen. Die Bundeswehr ist auch nicht lediglich zu einem Auslandseinsatz ausgerückt, sie ist in den Krieg gezogen. Mit Kriegen aber löst man keine Probleme, man schafft nur neue, oft auch noch größere.
"Zonenpastor" ist für Gauck aber der falsche Begriff. Als Pastor müsste er nämlich die Warnung von Jesus kennen, die da lautet "Wer das Schwert erhebt, wird durch das Schwert umkommen". Auch die Seligpreisungen aus der Bergpredigt kennt er offenbar nicht. Eher lebt er noch im Warschauer Pakt. Wenn Moskau gemeint hat, dass ein "sozialistischer Bruderstaat" die Sicherheit gefährdet, rollten Panzer. DDR-Panzer rollten mit. Vielleicht säuselt Gauck nun, dass diese Panzer die Freiheit niedergewalzt haben, während Bundeswehr-Panzer die Freiheit verteidigen. Täte er das, würde er aber auch nur auf seine eigene Einfältigkeit hereinfallen. Gute Panzer gibt es nicht - es sind immer Panzer. Krieg ist immer schmutzig.
Immer unerträglicher wird auch Gaucks fortwährendes Geschwafel "von einem stärkeren Deutschland", das sich "mehr einbringen" müsse - und das auch noch "substantiell". Herr Gauck, dann sagen Sie doch mal: Wie stark? Wieviel mehr? Gegen wen? Kommen Sie dann aber nicht auch noch mit "für die Freiheit".
Dazu zum Schluss noch ein Sponti-Spruch: "Wenn ein Krieg ausbricht, dann muss die Freiheit ein Gefängnis sein."
Freitag, 31. Januar 2014
Montag, 18. November 2013
Auf ein Wort
Christian Wulff kämpft vor Gericht um den Rest seiner Ehre. Die Öffentlichkeit hat ihn längst verurteilt. Warum bekommt Wulff von ihr Häme und Hoeneß mildernde Umstände? Gibt es keine verbindlichen Maßstäbe mehr für moralische Vorbilder? Gäste bei Frank Plasberg:
- Wolfgang Kubicki (FDP, Fraktionschef in Schleswig-Holstein)
- Petra Bahr (Ev. Pfarrerin, Kulturbeauftragte des Rates der EKD)
- Tom Junkersdorf (Chefredakteur des People-Magazins "Closer")
- Dirk Roßmann (Gründer und Geschäftsführer der Drogeriemarktkette "Rossmann")
- Hans Leyendecker (Leiter Investigativ-Ressort "Süddeutsche Zeitung", Buchautor "Die große Gier")
Zu dieser Ankündigung von "Hart aber fair" heute Abend fällt mir eigentlich nur noch dies ein: Ich kann es nicht mehr hören. Aber ich muss es mir auch nicht ansehen. Für den Wulff-Part wäre die Verwendung von Konserven aus dem ARD-Archiv wesentlich preiswerter als schon wieder Kubicki, Roßmann und Leyendecker im Studio. Die haben doch schon vor und nach dem Rücktritt von Wulff alles gesagt. Kubicki wird wieder darauf hinzuweisen, dass die Justiz den Fall zu hoch hängt und Leyendecker kann erneut sagen, dass sich der derzeit Angeklagte lächerlich gemacht hat.
Auch eine blöde Frage kann diese Sendung nicht spannend machen. Für wen sind Wulff und Hoeneß denn "moralische Vorbilder"? Wulff faselt im Landgericht von Hannover etwas von Ehre, Schutz der Familie und trägt dabei das Bundesverdienstkreuz. Das kann sich nicht einmal mehr ein Satiriker ausdenken. Wenn Wulff dann auch noch behauptet, er habe sich immer korrekt verhalten, hat er seinen Drohanruf beim "Bild"-Chefredakteur wohl vergessen. Mit dieser Dummheit hat er seine Familie den Medien-Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Die schreckten vor nichts mehr zurück. Diekmann gab den feinen Herrn und fragte Wulff öffentlich, ob er den Wortlaut des Drohanrufes veröffentlichen dürfe, nach der Ablehnung wurde der Text an Leyendecker weitergeleitet. Investigativ war das keinesfalls, denn da waren die Medien schon bei den teuren Klamotten der Wulff-Gattin und bei Kinderspielzeug. Wer als öffentliche Person seine Familie schützen will, der macht sie erstens nicht bei jeder Gelegenheit öffentlich und wenn er es denn schon getan hat, dann fragt er sich zweimal, wie er auf eine Andeutung in der "Bild"-Zeitung reagiert.
Der Landgerichts-Prozess wird sich über Monate hinziehen, Wulff wird kein Fettnäpfchen auslassen. Dass sich Kubicki ein schnelles Verfahren vor dem Amtsgericht gewünscht hätte, beweist, dass er ein guter Anwalt ist, der aber gar keine Zeit mehr für seine Mandanten hat, weil er alle drei Tage in irgendeinem Studio sitzen muss. Darauf sollte er endlich verzichten. Wulff wird so oder so frei gesprochen. Er wird nur noch einmal als warnendes Beispiel vorgeführt.
Der FC Bayern München führt derweil die Öffentlichkeit vor. Das machen die unglaublich geschickt. Immer wieder stellt Uli Hoeneß die Vertrauensfrage und immer wird sie mit "Mach weiter" beantwortet. Beim letzten Mal ist Hoeneß deswegen sogar in Tränen ausgebrochen, womit er in den Augen seiner Fans bewiesen hat, wie wichtig ihm der Verein ist. Was sogar stimmen dürfte. Ansonsten hat er Pech gehabt, weil er nicht so raffiniert war wie andere Steuerbetrüger. Aber auch Uli Hoeneß ist für mich nie ein "moralisches Vorbild" gewesen. Anerkennenswert ist allerdings, wie dieser Mann immer wieder für Vereine in die Bresche gesprungen ist, um sie vor dem Untergang zu bewahren. Sogar in Celle war er mit seiner Mannschaft, um denen etwas Geld in die Kasse zu schaufeln.
Warum der Ruf von Hoeneß nicht so beschädigt werden kann wie der von Wulff, ist eine spannende, aber keine moralische Frage. Vielleicht liegt es daran, dass Wulff eine Fehlbesetzung war, Uli Hoeneß aber nicht. Der Nachfolger von Wulff ist ebenfalls eine Fehlbesetzung - und was wäre der Nachfolger von Hoeneß? Hätte der die Qualität des neuen Bundespräsidenten, würden die Bayern schon bald in der Regionalliga spielen.
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