Sonntag, 14. Februar 2016

Aufgelesen

Gauck kein Bürgerrechtler
Die Verantwortlichen der Kirche wurden den Verdacht nicht los, dass hier politischer Leichtsinn Platz greift. Der Staat könnte gereizt werden und andere kirchliche Arbeitsfelder behindern. Ein führender Kirchenmann bat, man möge doch immer daran denken, dass durch öffentliche Äußerungen von Gruppenmitgliedern staatliche Stellen nicht das Gesicht verlieren dürften. Eine spannungsvolle Geschichte: Die Kirchenoberen bremsten, die Aufmüpfigen drängten. Gauck ist nie dadurch aufgefallen, dass er gedrängt hat.
Es entstand eine winzig kleine alternative Bewegung im real existierenden Sozialismus. In den Augen der Stasi gehörten nie mehr als 3000 bis 4000 Menschen dazu. Die DDR hatte 16 Millionen Einwohner. Trotzdem beunruhigte sie die weltliche Obrigkeit. Die Gruppen entwickelten das Netzwerk "Frieden konkret", dessen Vertreter sich einmal im Jahr trafen. Aus dieser Bewegung kamen die Leute, die man heute die Bürgerrechtler nennt. Sie forderten die Demokratisierung des sozialistischen Staates. Ich war von Anfang an dabei. Von Gauck habe ich in dieser Zeit nie etwas gehört.
Süddeutsche Zeitung, 27. Februar 2012
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Mittwoch, 23. Dezember 2015

Gauck auf Arabisch

Auf Wunschzettel der Integrationsbeauftragten

Die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz hat auf ihren Wunschzettel geschrieben: "Die Ansprache von Gauck auf Arabisch." Denn in diesem Jahr seien Flüchtlinge das Thema - und die sollten verstehen, was der Bundespräsident ihnen zu sagen hat. Flüchtlinge sollen also schaffen, was bis heute kaum einem Deutschen gelungen ist.

Dafür müssen Anreize geschaffen und Bedingungen gestellt werden:

1. Jeder Flüchtling, der sich die Rede von Gauck anhört, bekommt Bleiberecht, bis er die Ansprache verstanden hat - also auf Lebenszeit.

2. Jeder Flüchtling muss mitzählen, wie oft der Bundespräsident das Wort "Freiheit" benutzt, damit er nie wieder vergisst, worauf es in Deutschland ankommt. Kleiner Tipp:

Jede Antwort unter 100 ist falsch.








3. Jeder Flüchtling muss nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kinder so lange wach halten, bis auch der letzte Deutsche längst eingeschlafen ist. Das kann bis zu fünf Minuten dauern.

4. Die Kinder der Flüchtlinge müssen am nächsten Tag ein Bild von Gauck malen, das sie an die Integrationsbeauftragte schicken. Das Kennwort lautet

بقي مستيقظا